11.07.2008 11:48
Viele bezeichnen Björks zweites Album als ihr bestes. Anscheinend nur deshalb, weil es sich am "normalsten"/"poppigsten" anhört. Und dieses Album würde ich auch jedem Björk-"Einsteiger" empfehlen.
Meine Album-Reviews:
Debut:
Eigentlich ein recht solides und anspruchsvolles Pop/Dance-Album mit einigen Aussweifungen in völlig andere Musikwelten. Meine persönlichen Highlights sind die Lieder "One Day", "Venus As A Boy" und "Play Dead"
produziert von Nellee Hooper (Massive Attack, Gwen Stefani, No Doubt, Madonna, Sinead O'Connor,...)
Post:
Björks kommerziell erfolgreichstes Album. Es fängt ziemlich bombastisch an mit der Nummer "Army Of Me", eines meiner Lieblingslieder von Björk. Insgesamt klingt das Album elektronischer und experimenteller als sein Vorgänger. Vor allem an die zwei letzten Stücke "Cover Me" und "Headphones" musste ich mich gewöhnen. Weitere beachtliche Stücke sind: "Hyperballad", "It's Oh So Quiet", "Isobel".
produziert von Nellee Hooper
Homogenic:
Mein Lieblingsalbum von Björk! Diese CD ist ein Meisterwerk, viele bezeichnen es sogar als ein Jahrhundertalbum. Für dieses Album hat sich Björk neue Künstler ausgesucht. Sie verließ ihren Stammproduzenten Nellee Hooper und lernte Mark Bell kennen (Mitglied der IDM-Band LFO), der den Songs eine besondere rhythmische Agressivität verlieh. Es wurden viele interessante Instrumente miteinander kombiniert, darunter Akkordeon, Orgel, Clavichord und Glasharmonika.
Besonders angetan haben es mir die isländischen Streicharragements, die dem Album eine gewaltige Emotionalität verlieh. Die einzige Sache, die mich an dem Album stört, ist dass vom letzten Track "All Is Full Of Love" eine unspektakulärere Version als im dazugehörigen Video existiert.
Anspieltipps: "Bachelorette", "Jóga", "5 Years", "Pluto", "Hunter", "All Is Full Of Love".
Produzenten: Björk, Mark Bell, Howie B., Guy Sigsworth (Seal, Madonna, Robyn, Lamb, Frou Frou, "Everytime" von Britney Spears, "Flavours of Entanglement" von Alanis Morisette)
Vespertine:
Dieses Album ist genauso spektakulär wie "Homogenic", aber es klingt nicht mehr so explosiv, feurig, vulkanisch und agressiv, sondern völlig anders:
Ruhig, intim, privat, einsam, häuslich, kalt wie der Winter, unheimlich, naiv. Man sagt, dass Björk die Songs für das Album hauptsächlich auf ihrem Macbook komponiert hat.
Was mir an dem Album sehr gefällt, ist dass Björk hier pingelig viel auf allerkleinste Details geachtet hat. Man setzte neben den gewöhnlichen Elektronica-Beats ungewöhnliche Instrumente für die Rhythmen ein, beispielsweise das Umblättern von Bibelseiten, Spielkarten, unter den Füßen knirschendes Salz oder seltsame Knackgeräusche, die man sonst von alten Schallplatten kennt. Das Album ist gespickt mit Extravaganz. Zum Beispiel hat sich Björk für zwei Lieder extra eine Spieluhr anfertigen lassen, die einen eisigen Sound erzeugen sollte. Die Hersteller sind für sie extra von Holz auf Eisen umgestiegen, damit das Instrument einen härteren Klang erbringt. Sonstige Instrumente: Streichorchester, Harfe, Frauenchor,...
Am interessantesten finde ich das Lied "Cocoon". Björk zeigt sich hier stimmlich total schüchtern und zerbrechlich. Es klingt wie ein intimes Gedicht, das Björk ihrem Tagebuch vorsingt.
Anspieltipps: "Hidden Place", "Pagan Poetry", "Unison", "Aurora", "Cocoon".
produziert von Björk
Medulla:
Nun ja, was kann man zu diesem ziemlich ungwöhnlichen Album sagen? Am wichtigsten zu erwähnen ist erstmal, dass die Lieder fast vollständig nur mit der menschlichen Stimme auskommen. Viele bezeichnen das Album als "Acapella", was ich aber nicht so finde, denn viele Stimmspuren wurden elektronisch so sehr verzerrt, dass sie sich gar nicht mehr wie menschliche Stimmen anhören. Zu der Entstehungszeit des Albums war Björk gerade schwanger, was sich stark auf einige Songs widerspiegelt. Sie singt über sehr, äh, "organische" und anatomische Dinge (Medulla = Knochenmark). Und dies kombiniert mit Stöhnlauten, Krächzen, Blubbern hat jeden Kritiker aus der Fassung gebracht.
Für das Album wurden unterschiedliche stimmliche Techniken wie Chorgesang, Beatboxing und Obertongesang verwendet.
Meine Highlights: "Who Is It", "Mouth's Cradle", "Oceania", "Where's The Line", "Triumph Of A Heart".
produziert von Björk
Volta:
Dieses Album klingt wieder poppiger. Trotzdem ist hier Björks mit der Zeit gestiegener Anspruch sehr auffällig. Für das Album hat sich Björk verschiedene Weltkünstler geangelt.
Anspieltipps: "Earth Intruders", "Innocence", "Declare Independence", "I See Who You Are".
Produzenten: Björk, Mark Bell, Timbaland & Danja
Meine Album-Reviews:
Debut:
Eigentlich ein recht solides und anspruchsvolles Pop/Dance-Album mit einigen Aussweifungen in völlig andere Musikwelten. Meine persönlichen Highlights sind die Lieder "One Day", "Venus As A Boy" und "Play Dead"
produziert von Nellee Hooper (Massive Attack, Gwen Stefani, No Doubt, Madonna, Sinead O'Connor,...)
Post:
Björks kommerziell erfolgreichstes Album. Es fängt ziemlich bombastisch an mit der Nummer "Army Of Me", eines meiner Lieblingslieder von Björk. Insgesamt klingt das Album elektronischer und experimenteller als sein Vorgänger. Vor allem an die zwei letzten Stücke "Cover Me" und "Headphones" musste ich mich gewöhnen. Weitere beachtliche Stücke sind: "Hyperballad", "It's Oh So Quiet", "Isobel".
produziert von Nellee Hooper
Homogenic:
Mein Lieblingsalbum von Björk! Diese CD ist ein Meisterwerk, viele bezeichnen es sogar als ein Jahrhundertalbum. Für dieses Album hat sich Björk neue Künstler ausgesucht. Sie verließ ihren Stammproduzenten Nellee Hooper und lernte Mark Bell kennen (Mitglied der IDM-Band LFO), der den Songs eine besondere rhythmische Agressivität verlieh. Es wurden viele interessante Instrumente miteinander kombiniert, darunter Akkordeon, Orgel, Clavichord und Glasharmonika.
Besonders angetan haben es mir die isländischen Streicharragements, die dem Album eine gewaltige Emotionalität verlieh. Die einzige Sache, die mich an dem Album stört, ist dass vom letzten Track "All Is Full Of Love" eine unspektakulärere Version als im dazugehörigen Video existiert.
Anspieltipps: "Bachelorette", "Jóga", "5 Years", "Pluto", "Hunter", "All Is Full Of Love".
Produzenten: Björk, Mark Bell, Howie B., Guy Sigsworth (Seal, Madonna, Robyn, Lamb, Frou Frou, "Everytime" von Britney Spears, "Flavours of Entanglement" von Alanis Morisette)
Vespertine:
Dieses Album ist genauso spektakulär wie "Homogenic", aber es klingt nicht mehr so explosiv, feurig, vulkanisch und agressiv, sondern völlig anders:
Ruhig, intim, privat, einsam, häuslich, kalt wie der Winter, unheimlich, naiv. Man sagt, dass Björk die Songs für das Album hauptsächlich auf ihrem Macbook komponiert hat.
Was mir an dem Album sehr gefällt, ist dass Björk hier pingelig viel auf allerkleinste Details geachtet hat. Man setzte neben den gewöhnlichen Elektronica-Beats ungewöhnliche Instrumente für die Rhythmen ein, beispielsweise das Umblättern von Bibelseiten, Spielkarten, unter den Füßen knirschendes Salz oder seltsame Knackgeräusche, die man sonst von alten Schallplatten kennt. Das Album ist gespickt mit Extravaganz. Zum Beispiel hat sich Björk für zwei Lieder extra eine Spieluhr anfertigen lassen, die einen eisigen Sound erzeugen sollte. Die Hersteller sind für sie extra von Holz auf Eisen umgestiegen, damit das Instrument einen härteren Klang erbringt. Sonstige Instrumente: Streichorchester, Harfe, Frauenchor,...
Am interessantesten finde ich das Lied "Cocoon". Björk zeigt sich hier stimmlich total schüchtern und zerbrechlich. Es klingt wie ein intimes Gedicht, das Björk ihrem Tagebuch vorsingt.
Anspieltipps: "Hidden Place", "Pagan Poetry", "Unison", "Aurora", "Cocoon".
produziert von Björk
Medulla:
Nun ja, was kann man zu diesem ziemlich ungwöhnlichen Album sagen? Am wichtigsten zu erwähnen ist erstmal, dass die Lieder fast vollständig nur mit der menschlichen Stimme auskommen. Viele bezeichnen das Album als "Acapella", was ich aber nicht so finde, denn viele Stimmspuren wurden elektronisch so sehr verzerrt, dass sie sich gar nicht mehr wie menschliche Stimmen anhören. Zu der Entstehungszeit des Albums war Björk gerade schwanger, was sich stark auf einige Songs widerspiegelt. Sie singt über sehr, äh, "organische" und anatomische Dinge (Medulla = Knochenmark). Und dies kombiniert mit Stöhnlauten, Krächzen, Blubbern hat jeden Kritiker aus der Fassung gebracht.
Für das Album wurden unterschiedliche stimmliche Techniken wie Chorgesang, Beatboxing und Obertongesang verwendet.
Meine Highlights: "Who Is It", "Mouth's Cradle", "Oceania", "Where's The Line", "Triumph Of A Heart".
produziert von Björk
Volta:
Dieses Album klingt wieder poppiger. Trotzdem ist hier Björks mit der Zeit gestiegener Anspruch sehr auffällig. Für das Album hat sich Björk verschiedene Weltkünstler geangelt.
Anspieltipps: "Earth Intruders", "Innocence", "Declare Independence", "I See Who You Are".
Produzenten: Björk, Mark Bell, Timbaland & Danja

